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Faszination Gewichtheben

Was fasziniert eigentlich an einer Sportart, die sich nur damit beschäftigt, Gewichte in einer vorgeschriebenen Art über den Kopf zu heben und auf Anweisung wieder fallen zu lassen? Ein oberflächlicher Blick reicht da nicht aus. Erst der detaillierte Blick gibt die Feinheiten und die Eleganz dieser Sportart zu erkennen.

Gewichtheben stellt einzigartige Anforderungen an einen Sportler – Kraft, hohe technische Perfektion, Schnelligkeit und das Vermögen, sich in einem Augenblick voll konzentrieren zu können. Keine andere Sportart erfordert eine so hohe Kraftentwicklung in so kurzer Zeit. Darüber hinaus ist ein präziser Bewegungsablauf erforderlich, um hohe Gewichte überhaupt bewältigen zu können.

spannung

Das macht auch die Spannung aus, die die Sportart auf Zuschauer ausübt. Wenn ein Athlet die Wettkampfbühne betritt, liegt ein Gewicht bereit, was vielleicht neue Bestleistung bedeutet. Mit auf die Bühne kommt auch die Nervosität (Lampenfieber) und eine Portion Angst. Die Frage „Schaffe ich das?", vor allem wenn Zuschauer, Freunde und Konkurrenten zusehen, erzeugt einen sehr hohen psychologischen Druck. Dieser Druck wird auch von den Zuschauern wahr genommen. Hier haben Sie die Möglichkeit ihren Sportler anzufeuern, was durch Zurufe oder Applaus erreicht wird. Die Spannung steigt in dem Moment, wo der Athlet sich der Hantel nähert.

erster Zug

Jetzt herrscht Ruhe in der Halle, damit sich der Athlet richtig konzentrieren kann. Er muss seine Nervosität in den Griff bekommen, muss seine Muskeln vorbereiten und den notwendigen Bewegungsablauf parat haben. Eine große Spannung liegt in der Luft, die man als Zuschauer gut fühlen kann, besonders wenn man mit einem Sportler oder einer Mannschaft mit fiebert.

abtauchen

Der entscheidende Moment beim Reißen und Umsetzen ist die Phase, wo das Gewicht beschleunigt wird. Die meiste Kraftentwicklung kommt vom Rückenstrecker. Die richtige Zugkraft, die exakte Zugbahn und der richtige Sprung unter das sich wieder nach unten bewegende Gewicht sind wichtig, um das Gewicht genau im Körperschwerpunkt auffangen zu können. All dies spielt sich im Bereich unter einer Sekunde ab. Aus der tiefen Hocke aufzustehen mit einem Gewicht über oder auf dem Körper, das das Körpergewicht bei weitem überschreitet (zumindest bei langjährigen Gewichthebern), ist dann nur noch reine Muskelkraft. Jetzt kann der Zuschauer wieder helfen, indem er den Sportler durch Zurufe anspornt.



Beim Reißen muss das Gewicht gleich auf die gestreckten Arme „geworfen" werden, steht der Athlet dann mit dem Gewicht auf, hat er es geschafft und der Versuch ist gültig.

Beim Stoßen hingegen wird das Gewicht vom Boden erst auf der Schulter abgelegt. Nach dem Aufstehen heißt es dann, sich neu zu konzentrieren und die Kraft, Spannung und Konzentration für das Ausstoßen zu sammeln. Jetzt muss die meiste Kraftentwicklung aus den Beinen Kommen. Durch kurzes anwinkeln und explosionsartiges Strecken der Beine wird das Gewicht weiter nach oben beschleunigt. Dabei senkt sich der Körper durch einen Ausfallschritt unter das Gewicht ab und das Gewicht kommt auf den voll gestreckten Armen zum liegen. Hier ist es ebenfalls erforderlich, eine exakte Koordination der Bewegung durchzuführen, da sonst das Gewicht nicht im Schwerpunkt des Körpers auf den Armen landet und dann vom Athlet nicht gehalten werden kann. Auch beim Ausstoß sind also die Nerven des Athleten gefragt. Auch der Zuschauer spürt diese Spannung und fiebert mit dem Sportler mit. Spannung, Dynamik, Kraft, Erfolg und Misserfolg liegen dicht beieinander und sind die wesentlichen Faktoren der Faszination Gewichtheben.

Michael
Die beschriebene Technik ist natürlich nicht von heute auf morgen zu erlernen. Eine so stark technisch geprägte Sportart wie Gewichtheben erfordert viele Jahre Training, um sie in Perfektion betreiben zu können. Es ist deshalb von Vorteil, wenn man im jugendlichen Alter beginnt, die Technik zu erlernen. Es gibt aber auch eine Reihe von Sportlern, die auch mit über 60 Jahren noch mit dem Gewichtheben begonnen haben und dabei gute Leistungen erzielten.

Ein großes Plus des Gewichthebens ist auch, dass man es bis ins hohe Alter betreiben kann. So sind viele Sportler, die im Jugendbereich begonnen haben, auch im Rentenalter noch dabei und erfreuen uns bei den Masters-Wettkämpfen mit ihren Leistungen.

Natürlich lässt sich auch mit Gewichtheben das Altern nicht überlisten, vielleicht aber ein wenig hinausschieben. Wenn man unsere Masters so beim Heben beobachtet, kann man durchaus zu dieser Schlussfolgerung kommen.

Masters
Sollten sie Interesse haben, sich mal einen Wettkampf anzusehen, so finden Sie auf der Homepage des HAV immer die aktuellen Wettkämpfe in Hessen und auch eine Liste der Vereine, die das Gewichtheben anbieten.

Uwe Siebert Präsident HAV

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